Psychiatrisch-Psychotherapeutische Praxis am Prinzregentenplatz

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS): Leicht zu diagnostizieren und gut zu behandeln

24.05.2013 - Zurück

Bei prämenstruellen psychischen Störungen bestand lange Zeit eine diagnostische Unsicherheit, wodurch diese oft nicht erkannt und behandelt wurden. Weltweit leiden bis zu 8 % der Frauen im reproduktionsfähigen Alter an einer schweren, Ausprägung des prämenstruellen Syndroms.

Die prämenstruelle  dysphorische  Störung (PMDS) wird nun nach den Empfehlungen der American Psychiatric  Association (APA) im Mai 2013 neu erschienenen DSM-5 Manual (diagnostischen und statistischen Manual Psychiatrischer Störungen) erstmals als eigenständige affektive Störung aufgeführt.

Bei dieser in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase)  auftretenden psychischen Störung stehen Anspannung, Reizbarkeit, Affektlabilität  und depressive Verstimmung  im Vordergrund, welche häufig zu Konflikten im familiären und beruflichen Umfeld der betroffenen Frauen führen und mit erheblichen Leidensdruck der Erkrankten assoziiert sind.

Die Störung ist leicht mittels Zyklustagebuch zu diagnostizieren.

Ein multimodaler Therapieansatz umfasst neben einer Lifestyle-Änderung (Sport, Ernährung, Stressreduktion)  und Psychotherapie (Kognitiver Verhaltenstherapie) auch eine hormonelle Behandlung (Ovulationshemmer, GnRH-Analoga, Ovarektomie).

Die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva vom SSRI – oder SSNRI-Typ hat sich als wirksame und gut verträgliche Therapieoption sowohl in der kontinuierlichen  als auch in der  intermittierenden (in der zweiten Zyklushälfte) Einnahme erwiesen.

Die PMDS ist eine interdisziplinär durch Psychiater, Nervenärzte und Gynäkologen leicht  zu diagnostizierende und gut zu behandelnde affektive Störung Quelle: DNP – Der Neurologe & Psychiater  2012; 13(7-8) , S. 51-56.